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Verjährungsfristen für Handelsforderungen in Zypern: Gesetz 66(I)/2012

Verjährung zyprischer Handelsansprüche berechnen: sechs Jahre für Verträge, Sonderfristen für Honorare, Sicherheiten und Darlehen sowie Unterbrechung, Hemmung und Klage.

Zeno · Redaktion · Aktualisiert · 11 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Beginnen Sie beim vollständigen Entstehen des Anspruchs
  2. Ordnen Sie jede Klage der passenden gesetzlichen Frist zu
  3. Prüfen Sie Darlehen auf Abruf und besicherte Forderungen gesondert
  4. Verlassen Sie sich nicht auf Verhandlungen als automatische Hemmung
  5. Bewerten Sie Betrug, Verschweigen und Fristverlängerung vorsichtig
  6. Koordinieren Sie Schiedsverfahren und Widerklagen mit der Uhr
  7. Berücksichtigen Sie die prozessuale Einrede der Verjährung
  8. Führen Sie vor Mahnung und Klage ein belastbares Fristenprotokoll
  9. Quellen

Ein überzeugender Handelsanspruch kann scheitern, wenn seine Klagefrist abgelaufen ist und der Gegner die Einrede erhebt. Das zyprische Gesetz 66(I)/2012 knüpft den Fristbeginn im Grundsatz an die vollständige Entstehung der Klagegrundlage, unterscheidet aber Verträge, Honorare bestimmter Selbstständiger, Hypotheken, Pfandrechte und andere Ansprüche. Schriftliches Anerkenntnis, qualifizierte Teilzahlung, förmliche Mediation und eingeleitete Schiedsverfahren haben nicht dieselbe zeitliche Wirkung. Dieser Leitfaden liefert eine überprüfbare Methode für Fälligkeit, Einordnung, Ausnahmen und Verfahrensschritte. Er ersetzt keine fallbezogene Berechnung durch zyprische Prozessanwälte, besonders bei alten, gesicherten oder bestrittenen Forderungen.

Beginnen Sie beim vollständigen Entstehen des Anspruchs

Nach Gesetz 66(I)/2012 beginnt die Verjährung grundsätzlich, wenn alle Tatsachen der Klagegrundlage erfüllt sind. Bei vertraglicher Zahlung ist das nicht automatisch das Datum der Vertragsunterschrift, der ersten Mahnung oder der Kenntnis eines Geschäftsführers von Zahlungsschwierigkeiten. Lesen Sie Zahlungsbedingung, Rechnung, Abnahme und etwaige Mitteilungspflicht, um die rechtliche Fälligkeit zu bestimmen. Bei einem Projekt mit Meilensteinen können einzelne abgenommene Leistungen unterschiedliche Klagegrundlagen haben. Wer den gesamten Vertrag als eine einzige Frist führt, übersieht möglicherweise eine frühe Rate, deren Zeitraum bald endet.

Artikel 3 enthält eine Übergangsregel: vorbehaltlich besonderer Vorschriften wird die Zeit seit dem 1. Januar 2016 gezählt. Ältere Ansprüche erfordern daher historische Prüfung statt der Formel „sechs Jahre ab Rechnung aus 2012“. Die konsolidierte Fassung weist Änderungen bis 2023 aus. Wenn eine Forderung nahe an der Grenze liegt, sichern Sie unterzeichneten Vertrag, Korrespondenz, Annahmebelege, Zahlungsbuch und frühere Verfahren. Lassen Sie den letzten zulässigen Einreichungstag anwaltlich berechnen. Reine Datumsaddition löst weder Streit über den Anspruchsbeginn noch Sondergesetze und mögliche Unterbrechungen.

Verjährung ist eine Einrede, die die Behandlung einer Forderung entscheidend verändern kann. Das Unternehmen sollte mehrere plausible Beginntermine erfassen und den frühesten vertretbaren intern als Warnschwelle nutzen. Wird der Preis nach 30 Tagen fällig, dokumentieren Sie, wodurch diese Zeit zu laufen begann und ob eine gültige Rechnung oder Abnahme vorlag. Verschieben Sie die Uhr nicht allein wegen einer neuen Mahnung. Ein zentrales Streitregister erfasst verantwortliche Person, Anspruchsart, Gegner, Betrag, Beweise und Erinnerungen deutlich vor dem konservativ errechneten Ablauf.

Für das verwandte Thema lesen Sie den Leitfaden zur rechtzeitigen Klage.

Rechtsgrundlage und Hinweise: Cyprus Limitation of Actionable Rights Law 66(I)/2012, consolidated text; European e-Justice Portal: taking legal action in Cyprus

Ordnen Sie jede Klage der passenden gesetzlichen Frist zu

Artikel 7 Absatz 1 sieht für gewöhnliche vertragliche Klagen sechs Jahre vor, vorbehaltlich der Ausnahmen im selben Artikel. Artikel 7 Absatz 2 nennt drei Jahre für vertragliche oder vertragsähnliche Forderungen auf vereinbartes oder angemessenes Honorar bestimmter unabhängiger Berufsgruppen, darunter Anwälte, Ärzte, Architekten, Bauingenieure, Unternehmer und andere Selbstständige. Für unbezahlte Beratungsleistungen kann das entscheidend sein, obwohl andere Handelsverträge regelmäßig sechs Jahre zulassen. Prüfen Sie genau, wer klagt und welches Honorar begehrt wird; der bloße Beruf des Beklagten bestimmt diese Sonderfrist nicht.

Artikel 4 gibt eine allgemeine Zehnjahresfrist, sofern kein anderer Rechtssatz eine andere bestimmt. Das ist ein Auffangtatbestand, keine Erlaubnis, offene Rechnungen stets zehn Jahre einzuklagen. Artikel 5 setzt zwölf Jahre für Verfahren über oder im Zusammenhang mit Hypothek oder Pfandrecht einschließlich bestimmter Verwertungen an. Artikel 8 enthält sechsjährige Regeln für Bankbuchschulden, Wechsel und bestimmte Finanzprodukte. Gibt es zugleich persönliche Rückzahlungsansprüche und eine Sicherheit, ordnen Sie jeden begehrten Rechtsbehelf, seine Grundlage und mögliche Frist einzeln zu. Eine Sicherung verlängert nicht pauschal jeden denkbaren Anspruch.

Ein Vertrag kann außerdem deliktische, gesetzliche oder bereicherungsrechtliche Ansprüche auslösen. Artikel 6 gibt für Delikte grundsätzlich sechs Jahre, aber etwa drei Jahre für Schadensersatz wegen Fahrlässigkeit, Belästigung oder Verletzung gesetzlicher Pflicht und ein Jahr für Verleumdung oder böswillige Falschbehauptung. Bei bestimmten Personenschäden gelten besondere Wissens- und Ermessensregeln. Artikel 24 lässt benannte Spezialfristen bestehen; Artikel 25 nimmt öffentlich-rechtliche Rechte und Pflichten aus. Ein neuer Titel auf einem Schriftsatz verlängert keinen spezifisch anwendbaren Zeitraum. Prüfen Sie deshalb jede Anspruchsgrundlage statt die längste Frist für alles zu wählen.

Für das verwandte Thema lesen Sie den Leitfaden zu vertraglichen Haftungsobergrenzen.

Rechtsgrundlage und Hinweise: Cyprus Limitation of Actionable Rights Law 66(I)/2012, consolidated text; European e-Justice Portal: taking legal action in Cyprus

Prüfen Sie Darlehen auf Abruf und besicherte Forderungen gesondert

Artikel 7 Absatz 3 enthält eine enge Sonderregel für Darlehensverträge ohne festen oder bestimmbaren Rückzahlungstag, die keine vorherige Schuldnerbenachrichtigung zur Zahlungsbedingung machen: Die Verjährung beginnt nicht vor Zustellung einer schriftlichen Rückzahlungsaufforderung. Das ist keine allgemeine Regel, dass jede Mahnung die Uhr neu startet. Prüfen Sie beide gesetzlichen Voraussetzungen und bewahren Sie Inhalt und Zustellnachweis der schriftlichen Aufforderung auf. Ein Darlehen mit vereinbarter Fälligkeit braucht eine eigene Analyse; periodische Briefe können es nicht beliebig lange offenhalten.

Der Zusatz zu Artikel 7 Absatz 3 verweist bei einem zur Darlehenssicherung bestellten Grundpfandrecht oder Pfandrecht auf Artikel 5. Dieser sieht zwölf Jahre für Verfahren über oder im Zusammenhang mit der Sicherheit vor. Unterscheiden Sie persönliche Rückzahlungsklage, Sicherheitenverwertung und besondere Bankprodukte nach Artikel 8. Der Kreditgeber sollte nicht annehmen, dass ein Pfandrecht jede vertragliche Forderung automatisch verlängert. Legen Sie Darlehensvertrag, Pfandbestellung, Registerbelege, Kontoauszüge und Umstrukturierungen nebeneinander, bevor Anspruch und spätester Tag bestimmt werden.

Praxisbeispiel: Ein Gesellschafterdarlehen nennt weder Rückzahlungsdatum noch eine vorherige Mitteilung als Voraussetzung und ist unbesichert. Der Anwalt prüft Artikel 7 Absatz 3, den Zugang einer schriftlichen Aufforderung und sonstige Entstehungstatsachen. Kommt ein eingetragenes Anteilspfandrecht hinzu, lenkt der gesetzliche Zusatz auf Artikel 5. Die unterschriebenen Dokumente sind wichtiger als die Kurznotiz „jederzeit kündbar“ der Finanzabteilung. Eine spätere Nebenvereinbarung, eine E-Mail zur Fälligkeit oder ein Teilvergleich kann die Analyse ändern. Bewahren Sie daher jede Vertragsversion mit Datum auf.

Für das verwandte Thema lesen Sie den Leitfaden zur Sicherheitenverwertung.

Rechtsgrundlage und Hinweise: Cyprus Limitation of Actionable Rights Law 66(I)/2012, consolidated text

Verlassen Sie sich nicht auf Verhandlungen als automatische Hemmung

Artikel 17 nennt Ereignisse, die die Verjährung unterbrechen und grundsätzlich neu beginnen lassen. Dazu gehören ein schriftliches Anerkenntnis des Klagerechts durch den Verpflichteten, bestimmte erhebliche Teilzahlungen, Klageerhebung und ordnungsgemäßer Beginn eines Schiedsverfahrens. Ein mündliches Zahlungsversprechen ist kein schriftliches Anerkenntnis. Bei Geldschulden verlangt die spezielle Teilzahlungsregel, dass gezahlte Beträge zusammen mehr als 50 Prozent der gesamten Schuld einschließlich zahlbarer Zinsen ausmachen, nicht bloß irgendeine kleine Rate. Lassen Sie Wortlaut, Unterzeichner, Betrag, Datum und genaue Forderung prüfen, bevor Sie auf Unterbrechung vertrauen.

Das Gesetz kennt außerdem Hemmungen in bestimmten Fällen. Artikel 13 nennt unter anderem Moratorium oder höhere Gewalt in den letzten sechs Monaten, schuldnerisches Verhalten, das während dieser Zeit eine Klage verhindert, bestimmte Todesfälle und die Dauer eines nach dem anwendbaren Gesetz begonnenen Mediationsverfahrens. Nach Artikel 15 zählt die gehemmte Zeit nicht mit; nach Wegfall soll die Frist keinesfalls vor weiteren sechs Monaten vollendet sein. Normale Vergleichsgespräche, eine unbeantwortete Mahnung oder ein interner Vorstandsbeschluss zum Verhandeln gelten nicht automatisch als allgemeine Hemmung.

Nähern sich Verhandlungen und Fristende, fragen Sie den Prozessanwalt nach Klage, Beginn des Schiedsverfahrens oder einer rechtlich tragfähigen Stillhaltevereinbarung. Eine als vertraulich oder „without prejudice“ markierte Nachricht ändert das Gesetz nicht von selbst. Sichern Sie bei Mediation die Urkunde und das genaue Datum ihres rechtlichen Beginns statt bloß einer Besprechungseinladung. Erhalten Sie ein schriftliches Anerkenntnis, verwahren Sie Original und Metadaten und prüfen Sie, ob wirklich das klagbare Recht anerkannt wird oder nur ein Vergleich diskutiert wurde. Im Fristenkalender erscheinen Grundfrist und jede behauptete Hemmung oder Unterbrechung getrennt.

Rechtsgrundlage und Hinweise: Cyprus Limitation of Actionable Rights Law 66(I)/2012, consolidated text; Cyprus Law 159(I)/2012 on mediation in civil disputes

Bewerten Sie Betrug, Verschweigen und Fristverlängerung vorsichtig

Artikel 14 verschiebt den Beginn in bestimmten Fällen von Betrug des Beklagten, absichtlicher Verschleierung einer für die Klagegrundlage relevanten Tatsache oder Irrtumsfolgen, bis der Berechtigte sie entdeckte oder bei angemessener Sorgfalt hätte entdecken können. Das ist keine allgemeine Entdeckungsregel für jedes spät bemerkte Vertragsproblem. Der Wissensstand eines Vertreters oder einer anderen bindenden Person kann dem Berechtigten zugerechnet werden. Erstellen Sie eine Chronologie darüber, wer wann welche Daten kannte, welche Unterlagen zugänglich waren und welche zumutbaren Nachfragen möglich gewesen wären.

Artikel 22 erlaubt dem Gericht eine Verlängerung einer gesetzlichen Frist um bis zu zwei Jahre, wenn es dies unter den Umständen gerecht und vernünftig findet. Das Gesetz nennt dafür vor Klage eine einleitende Ladung und nach Erhebung der Verjährungseinrede einen Zwischenantrag. Es handelt sich um gerichtliches Ermessen und nicht um automatisch geschenkte zwei Jahre für jedes Unternehmen. Wer nahe am Fristende steht, sollte nicht mit der Hoffnung auf spätere Verlängerung warten. Anwälte müssen Tatsachen, zuständiges Verfahren und wahrscheinlichen Widerspruch des Gegners bewerten.

Verschobener Beginn, Hemmung und Unterbrechung haben verschiedene Folgen. Ein nachgewiesener Betrug kann den Ausgangspunkt verlagern; eine qualifizierte Mediation pausiert eine bereits laufende Frist; ein wirksames schriftliches Anerkenntnis lässt sie neu beginnen. Vermischen dieser Wirkungen ergibt falsche Enddaten. Halten Sie für jedes Argument Gesetzesartikel, Beweise, Datumsschritte und eine vorsichtige Alternativrechnung fest. Ist eine Forderung nur wegen streitiger Verschleierung oder richterlicher Verlängerung rechtzeitig, erfassen Sie sie intern als Prozessrisiko und nicht als sicher einziehbare Position.

Rechtsgrundlage und Hinweise: Cyprus Limitation of Actionable Rights Law 66(I)/2012, consolidated text

Koordinieren Sie Schiedsverfahren und Widerklagen mit der Uhr

Artikel 17 berücksichtigt den Beginn der Schiedsgerichtsbarkeit als Unterbrechung, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Er beschreibt etwa Zustellung einer Mitteilung mit der Aufforderung, einen Schiedsrichter zu benennen oder die Streitigkeit einer bezeichneten Person vorzulegen, sowie Beginn nach dem einschlägigen Schiedsrecht. Artikel 27 verhindert, dass eine Schiedsklausel den Anspruchsbeginn allein durch eine Formulierung „erst mit Schiedsspruch entsteht die Forderung“ hinausschiebt. Ein verpflichtendes Schiedsverfahren erlaubt daher nicht, die ursprüngliche Verjährung zu ignorieren. Versenden Sie die richtige Mitteilung auf dem richtigen Weg und sichern Sie den Zugang.

Artikel 17 enthält technische Regeln, falls eine Klage ohne Sachentscheidung zurückgenommen oder abgewiesen wird und binnen sechs Monaten dieselbe Klage erneut erhoben wird. Gehen Sie nicht davon aus, dass jede beliebige, insbesondere im falschen Forum erhobene Klage eine ablaufende Frist endgültig heilt. Wird ein Schiedsspruch aufgehoben oder die Schiedsvereinbarung unwirksam, kann ein Gericht nach Artikel 17(e) unter gesetzlich genannten Umständen den Zeitraum des Verfahrens ausnehmen. Auch dafür sind Rechtsprüfung und gegebenenfalls gerichtliche Anordnung nötig; eine interne Tabellenformel reicht nicht.

Widerklagen benötigen eigene Prüfung. Artikel 18 kann eine Widerklage aus denselben oder im Wesentlichen denselben Tatsachen so behandeln, als wäre sie am Tag der ursprünglichen Klage erhoben worden; sonst gilt sie als gesonderte Klage. Ein Beklagter sollte nicht bis zum Termin seiner Klageerwiderung warten, um den Ablauf des Gegenanspruchs zu berechnen. Erstellen Sie pro Streitfall eine Karte für Anspruch, Aufrechnung, Widerklage und Schiedsmitteilung. Die spätere Vollstreckung eines Schiedsspruchs ist eine andere Frage als der rechtzeitige Beginn des Verfahrens, das ihn hervorbringen soll.

Für das verwandte Thema lesen Sie den Leitfaden zur späteren Vollstreckung von Schiedssprüchen.

Rechtsgrundlage und Hinweise: Cyprus Limitation of Actionable Rights Law 66(I)/2012, consolidated text

Berücksichtigen Sie die prozessuale Einrede der Verjährung

Nach den Artikeln 20 und 21 berücksichtigt das Gericht Verjährung nicht von Amts wegen; ein Beteiligter mit rechtlichem Interesse kann sie in seinem Schriftsatz vorbringen. Das ist für beide Seiten bedeutsam. Der Kläger sollte nicht darauf setzen, dass der Beklagte die Einrede vergisst, denn dieser kann sie ordnungsgemäß erheben. Der Beklagte darf nicht erwarten, dass das Gericht sie selbst anspricht oder dass Bemerkungen im Vergleichsgespräch genügen. Ermitteln Sie die maßgebliche Frist und tragen Sie Beginn und sonstige Tatsachen nach dem richtigen Verfahren vor.

Ein Rechnungsstreit kann mehrere Daten aufweisen: Lieferung, Abnahme, Rechnung, Zahlungstag, Mängelanzeige, Zurückweisung und unterzeichnete Änderung. Der Beklagte mit Verjährungseinrede sollte dieselben Urkunden wie der Kläger prüfen und mögliche schriftliche Anerkenntnisse oder qualifizierende Zahlungen einbeziehen. Der Kläger liest neben der gesetzlichen Frist auch Streitklausel, vertragliche Mitteilungen und Abnahmebedingungen. Eine Forderung auf Kaufpreis, Schadensersatz wegen mangelhafter Leistung und Sicherheitenverwertung kann jeweils anders zu berechnen sein. Prüfen Sie die Substanz statt nur die Bezeichnung der Forderung.

Vergleich bleibt möglich. Artikel 19 bestimmt jedoch, dass eine Zahlung, die der Schuldner ohne Wissen um bereits vollendete Verjährung geleistet hat, nicht allein deshalb zurückverlangt werden kann. Prüfen Sie daher vor Bezahlung einer alten streitigen Rechnung die Rechtslage begründet. Eine Verjährungseinrede beweist weder Ehrlichkeit noch Unehrlichkeit der ursprünglichen Transaktion; sie betrifft das zulässige Zeitfenster. Formulieren Sie Mitteilungen sorgfältig, damit ein unverbindliches Vergleichsgespräch nicht versehentlich als schriftliches Anerkenntnis eines einklagbaren Rechts erscheint.

Für das verwandte Thema lesen Sie den Leitfaden zum Zivilverfahren.

Rechtsgrundlage und Hinweise: Cyprus Limitation of Actionable Rights Law 66(I)/2012, consolidated text; Cyprus Civil Procedure Rules: pleading a limitation defence

Führen Sie vor Mahnung und Klage ein belastbares Fristenprotokoll

Notieren Sie für jeden Anspruch Rechtsgrundlage, Beklagten, Belege, frühestes vertretbares Entstehungsdatum, gesetzliche Frist, Sonderregime und letzte sichere Verfahrenshandlung. Prüfen Sie Vertragsregeln über Mitteilungen, Abnahme und Schiedsgerichtsbarkeit dazu. Bei Honoraren unabhängiger Berufsgruppen, Darlehen ohne Fälligkeit, Hypothek oder Pfandrecht, Betrug, Fahrlässigkeit und Vorgängen vor 2016 muss die Sache als Sonderfall an Anwälte gehen. Eine einzige Tabellenregel für alle Forderungen erzeugt gefährliche Sicherheit. Die interne Zielhandlung sollte deutlich vor einem umstrittenen Grenzdatum liegen.

Bewahren Sie Belege für jedes angebliche Stoppen oder Neustarten der Zeit auf: unterzeichnetes schriftliches Anerkenntnis, Berechnung einer qualifizierenden Teilzahlung, Eingangsbestätigung der Klage, Schiedsmitteilung und Zugang, Beginn der Mediation oder Fakten einer gesetzlichen Hemmung. Vermerken Sie, welche konkrete Forderung betroffen ist. Eine Zahlung auf Rechnung A ändert nicht zwingend die Uhr für Rechnung B; ein allgemeines Eingeständnis der Geschäftsbeziehung erkennt nicht unbedingt das behauptete Recht an. Lassen Sie die letzte Chronologie prüfen, bevor die Unternehmensleitung sich auf eine Ausnahme verlässt.

Setzen Sie die erste Erinnerung früh genug, um Dokumente zu sichern, die richtige juristische Person zu ermitteln, Sicherheiten einzuschätzen und das Forum zu wählen. Bei echter Eile fragen Sie zyprische Anwälte sofort nach Klage oder Schiedsbeginn; warten Sie nicht auf das letzte Inkassotelefonat oder eine hoffnungsvolle Zusage. Nach einer Umstrukturierung oder neuen schriftlichen Erklärung muss die Frist neu bewertet werden, weil neue Rechte entstehen oder bestehende beeinflusst werden können. Ein gepflegtes Fristenprotokoll trennt durchsetzbare Handelsansprüche von vermeidbar verlorenen Forderungen.

Rechtsgrundlage und Hinweise: Cyprus Limitation of Actionable Rights Law 66(I)/2012, consolidated text; European e-Justice Portal: taking legal action in Cyprus; Cyprus Civil Procedure Rules: pleading a limitation defence

Primärquellen und Geltungsbereich

Quellenabgleich: 8. Oktober 2026. Dieser Leitfaden bezieht sich auf die Republik Zypern. Beispiele sind hypothetisch und keine Kundenfälle. Prüfen Sie vor einer Einreichung die aktuellen amtlichen Anforderungen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange kann eine gewöhnliche Vertragsforderung in Zypern eingeklagt werden?
Artikel 7(1) des Gesetzes 66(I)/2012 sieht grundsätzlich sechs Jahre ab Entstehung der Klagegrundlage vor, vorbehaltlich Sonderregeln. Der genaue Beginn hängt vom Vertrag und den Umständen ab.
Gilt die allgemeine Zehnjahresfrist für jede unbezahlte Rechnung?
Nein. Artikel 4 ist ein Auffangtatbestand, wenn kein anderes Gesetz eine Frist bestimmt. Gewöhnliche Vertragsansprüche fallen regelmäßig unter die sechs Jahre des Artikels 7(1).
Startet jede Teilzahlung die Verjährung neu?
Nein. Die besondere Geldschuldregel des Artikels 17(b) verlangt Zahlungen von mehr als 50 Prozent der Gesamtschuld einschließlich zahlbarer Zinsen. Lassen Sie Betrag und Zusammenhang fachlich prüfen.
Unterbrechen Vergleichsgespräche oder Mahnungen die Frist automatisch?
Nein. Gesetz 66(I)/2012 nennt konkrete Tatbestände für Unterbrechung und Hemmung. Informelle Gespräche oder ein neues Forderungsschreiben sind für sich allein kein allgemeiner Neustart.
Wann beginnt die Frist für ein Darlehen ohne Rückzahlungsdatum?
Artikel 7(3) hat eine Sonderregel für Darlehen ohne bestimmbaren Termin und ohne vorherige Mitteilung als Rückzahlungsbedingung: nicht vor Zustellung einer schriftlichen Zahlungsaufforderung. Bei einer Hypothek oder einem Pfandrecht verweist der Zusatz auf Artikel 5.
Beachtet das Gericht Verjährung von sich aus?
Nach Artikel 20 nicht. Eine Partei mit rechtlichem Interesse kann sie gemäß Artikel 21 im Schriftsatz einwenden. Weder Kläger noch Beklagter sollten deshalb die eigene Fristenprüfung unterlassen.

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